Ein Working-Holiday-Visum erlaubt jungen Erwachsenen aus bestimmten Ländern, für begrenzte Zeit in einem anderen Land zu leben und bezahlt zu arbeiten, um ihre Reisen zu finanzieren. Es ist ein beliebter Weg, ein Jahr im Ausland zu verbringen, und vieles, was dieses Jahr unvergesslich macht, sind die Menschen, denen man begegnet: Mitbewohner, Kollegen, andere Reisende und Einheimische. Dieser Ratgeber erklärt, wie diese Visa grundsätzlich funktionieren, welche Jobs üblich sind und wie Sie sich nach der Ankunft ein soziales Umfeld aufbauen, gute Mitbewohner finden und sicher bleiben.
Was ist ein Working-Holiday-Visum?
Working-Holiday-Programme, manchmal auch Jugendmobilitätsprogramme genannt, beruhen auf Abkommen zwischen bestimmten Ländern. Die Idee ist kultureller Austausch: Sie reisen, lernen das Land kennen und dürfen dabei arbeiten, um sich zu finanzieren. Die Programme sind nicht als Weg in eine dauerhafte Anstellung gedacht, und die Regeln spiegeln das in der Regel wider.
Die Einzelheiten unterscheiden sich stark. Welche Staatsangehörigkeiten sich bewerben können, die Altersgrenzen, die Aufenthaltsdauer, ob es Kontingente gibt, wie viel Erspartes Sie nachweisen müssen, ob eine Krankenversicherung vorgeschrieben ist und ob das Visum verlängert werden kann, hängt von Ihrem Pass und dem Zielland ab und kann sich mit der Zeit ändern. Bevor Sie etwas planen, besuchen Sie die offizielle Einwanderungswebsite des Ziellandes und lesen Sie die aktuellen Bedingungen für Ihre Staatsangehörigkeit. Seien Sie vorsichtig bei Drittanbietern oder Agenturen, die ein Visum versprechen oder Geld für Informationen verlangen, die die Behörden kostenlos veröffentlichen.
Beim Lesen der offiziellen Seiten lohnt es sich, diese Punkte zu prüfen:
- Voraussetzungen. Ob Ihre Staatsangehörigkeit dazugehört und welche Altersgrenzen am Tag der Antragstellung gelten.
- Aufenthaltsdauer und Arbeitsgrenzen. Wie lange das Visum gilt und ob es Grenzen gibt, wie lange Sie bei einem Arbeitgeber arbeiten dürfen.
- Geld und Versicherung. Ein eventuell nachzuweisendes Mindestguthaben und die erforderliche Krankenversicherung.
- Zeitplan. Wann Anträge möglich sind, wie lange die Bearbeitung dauert und wie viel Zeit Sie nach der Genehmigung für die Einreise haben.
- Verlängerung. Ob ein zweiter Zeitraum möglich ist und unter welchen Bedingungen.
Welche Jobs macht man beim Working Holiday?
Die meisten Working-Holiday-Jobs sind kurzfristig und praktisch. Die Gastronomie ist verbreitet: Cafés, Restaurants, Bars und Hotels stellen oft Leute ein, die schnell anfangen können. Hostels und Pensionen bieten manchmal Stellen an der Rezeption oder in der Zimmerreinigung an. Saisonarbeit wie Obsternte, Arbeit auf Farmen oder Jobs in Ski- und Strandorten richtet sich nach dem Kalender und ist oft mit einer gemeinsamen Unterkunft verbunden. Andere arbeiten je nach Fähigkeiten und Sprachniveau im Einzelhandel, im Tourismus, bei Veranstaltungen, in der Kinderbetreuung oder in befristeten Bürojobs.
Lohn, Arbeitsbedingungen und Arbeitnehmerrechte regelt das örtliche Recht. Nehmen Sie sich daher Zeit für die Grundlagen: den Mindestlohn, die Besteuerung für Visuminhaber und wie ein fairer Vertrag aussieht. Lassen Sie sich Vereinbarungen schriftlich geben, bewahren Sie Ihre Lohnabrechnungen auf und seien Sie vorsichtig bei jedem Job, für den Sie vorab eine Gebühr zahlen oder Ihren Pass abgeben sollen.
Wie lernt man in den ersten Wochen Leute kennen?
In den ersten Wochen sind Sie für neue Menschen am offensten, und das gilt auch für alle anderen, die gerade angekommen sind. Wer anfangs in einem Hostel oder einer WG wohnt, kann sich leicht einer Gruppe anschließen, die zum Essen oder zu einem Tagesausflug aufbricht. Viele Städte haben Willkommenstreffen, Sprachtandems, Sportvereine und Ehrenamtsgruppen, in denen sich Neuankömmlinge und Einheimische mischen. Auch der Arbeitsplatz ist eine natürliche Quelle für Freundschaften, besonders in der Gastronomie und bei Saisonjobs, wo Kollegen oft in derselben Lage sind wie Sie.
Sagen Sie Ja zu Einladungen, auch zu kleinen, und schlagen Sie selbst etwas vor: einen Spaziergang, einen Marktbesuch, ein günstiges Essen nach der Schicht. Es hilft auch, schon vor der Ankunft anzufangen. Auf mytripdate können Sie Ihr Ziel und Ihre Daten eintragen, sehen, wer sonst zur gleichen Zeit in derselben Stadt ist, und per Nachricht ein Gespräch beginnen, sodass Sie bei der Ankunft vielleicht schon ein, zwei freundliche Gesichter kennen. Wie bei jedem Online-Kontakt gilt: Prüfen Sie, ob ein Profil verifiziert ist, und treffen Sie sich zuerst an einem öffentlichen Ort.
Mitbewohner und Reisebegleitung finden
Viele Working-Holiday-Reisende teilen sich eine Wohnung, und gute Mitbewohner können das ganze Jahr prägen. Besichtigen Sie das Zimmer persönlich oder per Live-Videoanruf, bevor Sie etwas bezahlen, lesen Sie den Vertrag sorgfältig und klären Sie, wie die Kaution zurückgezahlt wird. Überweisen Sie niemals Geld für eine Unterkunft, die Sie nicht gesehen haben, oder an jemanden, der Sie zur schnellen Zahlung drängt. Ein offenes Gespräch über Putzen, Besuch, Lärm und gemeinsame Kosten zu Beginn verhindert später die meisten Probleme.
Wenn ein Job endet, möchten Sie vielleicht ein paar Wochen reisen, bevor der nächste beginnt. Leute von der Arbeit oder aus der WG sind oft die einfachsten Reisepartner, weil Sie schon wissen, wie Sie miteinander auskommen. Wenn Sie mit jemandem losziehen, den Sie erst kürzer kennen, sprechen Sie Budget, Tempo und Pläne vorher ab, behalten Sie Ihre Dokumente und Ihr Geld selbst im Griff und seien Sie bereit, sich freundlich zu trennen, wenn Ihre Reisestile nicht zusammenpassen.
Wie geht man mit Einsamkeit im Ausland um?
Selbst ein ausgefülltes Working Holiday hat ruhige Phasen, besonders wenn die erste Begeisterung nachlässt, Freunde weiterziehen oder Feiertage fern von zu Hause anstehen. Sich einsam zu fühlen, bedeutet nicht, dass das Jahr schlecht läuft; es gehört zum Leben an einem neuen Ort dazu. Routinen helfen: ein regelmäßiger Kurs, ein wöchentlicher Sporttermin oder ein Lieblingscafé, in dem man Sie kennt. Halten Sie Kontakt nach Hause, aber lassen Sie Telefonate nicht das Ausgehen vor Ort ersetzen.
Wenn ein Stimmungstief anhält oder Schlaf, Arbeit oder Appetit beeinträchtigt, holen Sie sich Unterstützung. Sprechen Sie mit einem Freund, prüfen Sie, ob Ihre Versicherung Hilfe umfasst, oder informieren Sie sich über örtliche Gesundheitsangebote. Früh um Hilfe zu bitten, ist ein Zeichen von Urteilsvermögen, nicht von Schwäche.
Sicher bei der Arbeit und unterwegs
Die meisten Working Holidays verlaufen problemlos, und ein paar Gewohnheiten tragen dazu bei. Bewahren Sie digitale Kopien von Pass, Visum und Versicherungsunterlagen so auf, dass Sie jederzeit darauf zugreifen können. Kennen Sie die örtliche Notrufnummer und wissen Sie, wo die Botschaft oder das Konsulat Ihres Landes ist. Teilen Sie Ihre Pläne mit einer Vertrauensperson, wenn Sie in einen neuen Ort ziehen oder einen Job in einer abgelegenen Gegend annehmen, und seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die zu gut klingen, um wahr zu sein, etwa ungewöhnlich hoher Lohn für unklare Arbeit oder kostenlose Unterkunft gegen vage Gefälligkeiten. Werden Sie von einem Arbeitgeber oder Vermieter unfair behandelt, suchen Sie nach örtlichen Beratungsstellen für Arbeitnehmer oder Mieter; viele Länder haben solche Angebote.
Häufige Fragen
Wer kann ein Working-Holiday-Visum bekommen?
Das hängt von Ihrer Staatsangehörigkeit und dem Zielland ab. Programme gibt es nur zwischen bestimmten Ländern, und jedes hat eigene Altersgrenzen und Bedingungen. Prüfen Sie die aktuellen Regeln auf der offiziellen Einwanderungswebsite des Ziellandes.
Darf ich mit einem Working-Holiday-Visum jeden Job machen?
Oft sind viele Arten von Jobs möglich, aber manche Programme begrenzen die Dauer bei einem Arbeitgeber oder schließen bestimmte Tätigkeiten aus. Die offiziellen Bedingungen Ihres Visums sagen Ihnen, was gilt.
Findet man beim Working Holiday leicht Freunde?
Für viele ja, weil so viele andere ebenfalls neu sind. WGs, Arbeitsplätze, Hostels, Treffen und Seiten für Reisepartner helfen, aber es lohnt sich trotzdem, Einladungen anzunehmen und selbst Pläne zu machen.
Brauche ich vor der Abreise Ersparnisse?
Manche Programme verlangen den Nachweis eines Mindestbetrags. Auch wo das nicht der Fall ist, sollten Sie genug für die ersten Wochen, eine Mietkaution und ein Rückflugticket haben. Prüfen Sie die offiziellen Anforderungen und planen Sie Zeit ein, bis der erste Lohn kommt.
Fazit
Ein Working Holiday kann ein lohnendes Jahr sein, nicht nur wegen der Orte, die Sie sehen, sondern wegen der Menschen, mit denen Sie wohnen, arbeiten und reisen. Lesen Sie die offiziellen Regeln für Ihre Staatsangehörigkeit, wählen Sie Jobs und Unterkunft mit Bedacht, sagen Sie Ja zu neuen Menschen, achten Sie in ruhigen Phasen auf sich und behalten Sie unterwegs gute Sicherheitsgewohnheiten bei. Die Freundschaften, die Sie knüpfen, können lange über das Ende des Visums hinaus halten.